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Fahrzeugservice

Welche Warnleuchten sollte man ernst nehmen?

Rot heißt anhalten, Gelb heißt zeitnah prüfen. Zwei rote Leuchten dulden nicht einmal die nächste Ausfahrt – und eine gelbe wird regelmäßig unterschätzt.

3 Minuten Lesezeit

Warnleuchten folgen einem Farbschema, das in allen Fahrzeugen gleich ist – auch wenn die Symbole sich unterscheiden.

Rot heißt: Gefahr für Fahrzeug oder Insassen. Anhalten, sobald es sicher möglich ist. Gelb oder Orange heißt: Störung, zeitnah prüfen lassen. Weiterfahren ist meist möglich, aber nicht auf Dauer. Grün oder Blau heißt: eine Funktion ist aktiv. Keine Warnung.

Der wichtigste Moment ist der Start: Beim Einschalten der Zündung leuchten alle Kontrollleuchten kurz auf – das ist die Selbstprüfung. Was danach an bleibt, ist eine Meldung. Was nie aufleuchtet, ist ebenfalls ein Befund: Dann ist die Leuchte defekt, und eine defekte Warnleuchte warnt nicht mehr.

Die zwei, bei denen Sie sofort anhalten

Öldruck

Meist eine rote Ölkanne. Sie bedeutet nicht „Ölstand niedrig", sondern kein ausreichender Öldruck. Ohne Druck läuft der Motor trocken.

Ein Motor kann in weniger als einer Minute Lagerschaden nehmen. Das ist keine dramatisierende Formulierung, sondern die Größenordnung.

Was zu tun ist: Sofort rechts ran, Motor aus. Nicht bis zur nächsten Ausfahrt. Ölstand prüfen – ist er zu niedrig, nachfüllen und erneut starten; leuchtet die Leuchte weiter, Motor aus und abschleppen lassen.

Kühlmitteltemperatur

Ein rotes Thermometer, oft im Wellensymbol. Der Motor überhitzt.

Aluminiumzylinderköpfe verziehen sich bei Überhitzung, die Zylinderkopfdichtung gibt nach. Auch das geht schnell.

Was zu tun ist: Anhalten, Motor aus, warten. Den Kühlerdeckel nicht öffnen, solange das System heiß ist – es steht unter Druck, und heißes Kühlmittel schießt heraus. Erst nach dem Abkühlen prüfen.

Ein Zwischenschritt, wenn Sie noch fahren müssen: Heizung auf höchste Stufe und volle Temperatur. Der Heizungswärmetauscher ist ein zweiter Kühler – das ist unangenehm, verschafft aber Minuten.

Weitere rote Leuchten

Bremsanlage. Ein Ausrufezeichen im Kreis. Erst prüfen, ob die Feststellbremse angezogen ist – das ist der häufigste Fall. Bleibt sie an, kann der Bremsflüssigkeitsstand zu niedrig oder ein Kreis ausgefallen sein. Vorsichtig zur nächsten Werkstatt, mit deutlich mehr Abstand.

Ladekontrolle. Ein Batteriesymbol. Die Lichtmaschine lädt nicht mehr. Das Fahrzeug läuft aus der Batterie weiter – je nach Verbrauchern eine halbe Stunde oder weniger. Alles Unnötige ausschalten und die nächste Werkstatt ansteuern.

Airbag. Das System hat eine Störung erkannt. Fahren ist möglich, aber der Airbag löst im Ernstfall möglicherweise nicht aus – oder unbeabsichtigt.

Gelbe Leuchten

Motorkontrollleuchte. Die vieldeutigste von allen. Sie kann von einer defekten Lambdasonde bis zu einem lockeren Tankdeckel alles bedeuten.

Der entscheidende Unterschied:

  • Dauerhaft an: Fehler erkannt, Fahrt möglich, zeitnah auslesen lassen.
  • Blinkend: Verbrennungsaussetzer. Unverbrannter Kraftstoff gelangt in den Katalysator und kann ihn zerstören. Hier sollte die Fahrt zügig beendet werden.

ABS. Die normale Bremse funktioniert weiter, aber ohne Blockierverhinderer. Bei Vollbremsung blockieren die Räder – und ein blockierendes Rad lässt sich nicht mehr lenken. Auf nasser Fahrbahn ist das erheblich.

ESP. Leuchtet es blinkend während der Fahrt, arbeitet das System gerade – das ist normal und ein Hinweis, langsamer zu fahren. Leuchtet es dauerhaft, ist es abgeschaltet oder gestört.

Reifendruck. Wird oft ignoriert und ist der am leichtesten zu behebende Punkt. Prüfen Sie den Druck an allen Rädern; oft steckt ein langsam undichter Reifen dahinter.

Vorglühen bei Dieselmotoren. Beim Start normal. Blinkt sie während der Fahrt, meldet die Motorsteuerung einen Fehler.

Was Sie tun sollten

  1. Nicht raten. Die Symbole sind ähnlich, die Bedeutungen nicht. Die Bedienungsanleitung hat eine Übersicht – im Handschuhfach oder als PDF.
  2. Fotografieren. Wenn eine Leuchte kommt und wieder geht, ist ein Foto das einzige, was bleibt. Es hilft bei der Diagnose mehr als jede Beschreibung.
  3. Umstände merken. Kalt oder warm? Beim Bremsen, beim Lenken, beim Beschleunigen? Nach dem Tanken? Solche Angaben verkürzen die Suche erheblich.
  4. Fehlerspeicher auslesen lassen. Das ist der einzige Weg, aus einer Leuchte eine Information zu machen.

Was Sie nicht tun sollten: die Leuchte durch Abklemmen der Batterie löschen. Der Fehler ist damit nicht weg, nur die Meldung – und mit ihr die Spur, die zur Ursache geführt hätte.

Was zum Fahrzeugservice gehört, steht auf der Leistungsseite.

Termin anfragen oder anrufen: 02371 9407860.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine blinkende Motorkontrollleuchte?

Eine blinkende Motorkontrollleuchte weist auf Verbrennungsaussetzer hin. Dabei kann unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen und ihn beschädigen. Anders als bei dauerhaftem Leuchten sollte die Fahrt hier zügig beendet werden.

Themen:fahrzeugservicesicherheit

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