Fahrzeugservice
Fahrzeugcheck vor einer langen Fahrt
Zehn Punkte, die Sie selbst prüfen können, und vier, die auf die Hebebühne gehören. Plus: Was bei Urlaubsbeladung anders ist.
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Eine lange Fahrt beansprucht ein Fahrzeug anders als der Alltag: mehr Dauerlast, mehr Gewicht, oft höhere Temperaturen und Strecken, auf denen ein Defekt teuer wird. Was im Stadtverkehr jahrelang unauffällig bleibt, meldet sich auf der dritten Autobahnstunde.
Zehn Punkte, die Sie selbst prüfen können
1. Reifendruck – bei Beladung. Der wichtigste Punkt, und der am häufigsten übersehene. In der Türsäule oder Tankklappe steht eine Tabelle mit zwei Spalten: Normal- und Volllast. Der Unterschied beträgt oft mehrere Zehntel bar. Ein vollbeladenes Fahrzeug auf Normaldruck fährt mit überlasteten Reifen – bei Hitze und Dauertempo ist das der klassische Weg zum Reifenschaden.
Prüfen Sie kalt, vor der Fahrt. Warme Reifen zeigen mehr Druck an.
2. Profiltiefe. Gesetzlich 1,6 Millimeter, praktisch mindestens 3. Bei Starkregen auf der Autobahn entscheidet das über den Beginn von Aquaplaning.
3. Reifenalter und Flanken. DOT-Nummer auf der Flanke: Die letzten vier Ziffern nennen Woche und Jahr. Flanken auf Risse und Beulen absuchen – eine Beule bedeutet einen gerissenen Unterbau, und solche Reifen können ohne Vorwarnung platzen.
4. Ölstand. Fahrzeug eben abstellen, Motor warm, dann einige Minuten warten. Peilstab herausziehen, abwischen, ganz einstecken, erneut ziehen.
5. Kühlmittel. Am Ausgleichsbehälter im kalten Zustand ablesen. Deckel niemals bei heißem Motor öffnen.
6. Bremsflüssigkeit. Stand am Behälter. Ein sinkender Stand bedeutet fast immer Belagverschleiß – oder eine Undichtigkeit.
7. Scheibenwaschwasser. Voll auffüllen und im Sommer mit Reinigerzusatz. Insekten auf der Scheibe sind nicht nur lästig, sondern nachts bei Gegenlicht ein Sichtproblem.
8. Wischerblätter. Über die trockene Scheibe fahren lassen: Schlieren, Rattern oder Streifen heißen Wechsel. Gummi altert und wird hart.
9. Beleuchtung. Alle Leuchten mit einer zweiten Person durchgehen – auch Bremslicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung.
10. Batterie. Startet der Motor zögerlich? Eine Batterie, die im Sommer noch mitmacht, ist der häufigste Liegenbleibergrund – und im Urlaub am ungünstigsten.
Vier Punkte für die Hebebühne
Diese sieht man von außen nicht:
Bremsen. Belagstärke, Scheibenzustand, Bremsleitungen auf Korrosion und Scheuerstellen. Am Berg – und Urlaubsrouten führen oft über Berge – zeigt sich Bremsverschleiß deutlicher als im Flachen.
Fahrwerk. Stoßdämpfer auf Undichtigkeit, Gummilager auf Risse, Spurstangenköpfe auf Spiel. Ein müder Stoßdämpfer verlängert den Bremsweg spürbar, besonders mit Zuladung.
Antriebswellenmanschetten. Gerissene Manschetten lassen Fett austreten und Schmutz eindringen. Auf langer Strecke wird daraus schnell ein Gelenkschaden.
Auspuff und Unterboden. Durchrostungen, lose Aufhängungen, Undichtigkeiten.
Was bei Beladung anders ist
Gewicht. Das zulässige Gesamtgewicht steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Dachbox, vier Personen und ein voller Kofferraum kommen zusammen schneller heran, als man denkt.
Ladungssicherung. Schwere Gegenstände nach unten und nach vorn, dicht an die Rücksitzlehne. Ein ungesicherter Koffer wirkt bei einer Vollbremsung aus 50 km/h mit einem Vielfachen seines Gewichts.
Sicht. Beladung darf die Sicht nach hinten nicht nehmen, wenn kein zweiter Außenspiegel vorhanden ist – bei Pkw ist er es in der Regel.
Scheinwerfer. Ein hinten beladenes Fahrzeug steht vorn höher und blendet. Die Leuchtweitenregulierung – bei vielen Fahrzeugen ein Rädchen links vom Lenkrad – gehört entsprechend eingestellt.
Dachlast. Steht in der Bedienungsanleitung und ist meist niedriger als vermutet. Eine Dachbox verändert außerdem Verbrauch und Seitenwindempfindlichkeit.
Bei Fahrten ins Ausland
- Warnwesten für alle Insassen, in einigen Ländern vorgeschrieben und im Innenraum griffbereit, nicht im Kofferraum.
- Zweites Warndreieck, in manchen Ländern Pflicht.
- Umweltplaketten für Umweltzonen.
- Schutzbrief oder Auslandsschadenschutz – prüfen, was Ihre Versicherung abdeckt.
- Fahrzeugpapiere und Führerschein, im Original.
Der Zeitpunkt
Machen Sie den Termin zwei bis drei Wochen vorher, nicht am Tag davor. Wenn dabei etwas gefunden wird, muss ein Teil bestellt werden – und das braucht Zeit, die Sie am Abreisetag nicht haben.
Was zum Fahrzeugservice gehört, steht auf der Leistungsseite. Was Warnleuchten bedeuten, erklärt der Beitrag Welche Warnleuchten sollte man ernst nehmen?.
Termin anfragen oder anrufen: 02371 9407860.
Themen:fahrzeugservicesicherheit
