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Smart Repair

Kleine Kratzer am Auto reparieren lassen

Die Fingernagelprobe, drei Kratzertiefen und der Grund, warum der Lackstift aus dem Zubehörhandel bei den meisten Kratzern das Ergebnis verschlechtert.

3 Minuten Lesezeit

Ein Kratzer ist selten so schlimm, wie er im ersten Moment aussieht – und selten so harmlos, wie ein Lackstift verspricht. Der Unterschied liegt in der Tiefe, und die lässt sich in fünf Sekunden bestimmen.

Die Fingernagelprobe

Fahren Sie mit dem Fingernagel quer über den Kratzer.

Der Nagel gleitet durch. Der Kratzer sitzt nur im Klarlack – der obersten, durchsichtigen Schicht. Das ist der günstigste Fall.

Der Nagel bleibt hängen. Der Kratzer reicht tiefer, mindestens in die Farbschicht.

Diese Probe ist verlässlicher als jeder Blick, denn Lack täuscht: Ein oberflächlicher Kratzer kann durch Lichtbrechung dramatisch aussehen, während ein tiefer, feiner Strich kaum auffällt.

Die drei Tiefen

Autolack besteht bei modernen Fahrzeugen aus mehreren Schichten: Grundierung, Basislack mit der Farbe, Klarlack darüber.

Nur Klarlack

Waschstraßenspuren, matte Stellen, feine Wischkratzer. Sie wirken hell und verschwinden, wenn man Wasser darauf gibt – das Wasser füllt die Vertiefung und die Lichtbrechung hört auf.

Solche Kratzer lassen sich polieren. Dabei wird Klarlack abgetragen, bis die Vertiefung eingeebnet ist. Das geht nicht beliebig oft: Klarlack ist eine endliche Schicht, und wer jedes Jahr poliert, hat irgendwann keinen mehr.

Bis in den Basislack

Der Kratzer hat die Farbe des Fahrzeugs oder wirkt matt und stumpf. Polieren hilft nicht mehr – dort fehlt Material.

Hier kommt eine Spot-Lackierung in Frage: Die Stelle wird angeschliffen, lackiert und in den umliegenden Lack eingearbeitet.

Bis auf Grundierung oder Blech

Im Kratzergrund ist es grau, weiß oder metallisch hell. Das ist der Fall, der Eile hat.

Blankes Blech rostet. Bei kleinen Kratzern dauert das Wochen, bei Streusalz im Winter schneller. Ist der Rost erst unter den Lack gekrochen, wird aus einer Reparaturstelle eine Fläche.

Wenn Sie unsicher sind, ob es bis aufs Blech geht: Tupfen Sie einen Tropfen Wasser darauf. Bildet sich innerhalb eines Tages ein bräunlicher Schleier, war es Blech.

Warum der Lackstift meist nicht hilft

In fast jedem Zubehörregal steht der Lackstift mit dem passenden Farbcode. Er ist billig, schnell und bei den meisten Kratzern eine Verschlechterung.

Der Grund ist die Auftragsart. Ein Lackstift setzt einen Wulst auf den Kratzer. Er füllt ihn nicht bündig, er baut darüber auf. Das Ergebnis ist eine erhabene, glänzende Raupe, die aus jedem Winkel sichtbar ist – vorher war da ein feiner Strich.

Dazu kommt der Farbton. Der Code stimmt, der Lack am Fahrzeug ist aber Jahre alt und hat sich verändert. Der frische Tupfer sitzt sichtbar daneben.

Wofür der Lackstift taugt: als Rostschutz auf einer kleinen Stelle, die bis aufs Blech geht, bis der Werkstatttermin ist. Dünn auftragen, nur in die Vertiefung, nicht darüber. Das ist Erste Hilfe, keine Reparatur – und es macht die spätere Instandsetzung nicht schwerer.

Wofür er nicht taugt: für lange Kratzer, für Flächen, für Stellen, die man später ordentlich gemacht haben will.

Was Sie selbst tun können

  • Waschen und sauber betrachten. Ein Teil dessen, was wie ein Kratzer aussieht, ist Fremdlack von einem Streifschaden. Der lässt sich mit Politur oder Knetmasse abnehmen – das Fahrzeug darunter ist unversehrt.
  • Nicht mit Schleifpaste experimentieren. Wer mit grober Paste und Maschine an eine Kante gerät, ist durch den Lack, bevor er es merkt.
  • Bei Blechkontakt zügig handeln. Nicht wegen der Optik, wegen des Rosts.

Was für die Anfrage hilft

Zwei Fotos:

  1. Aus einem Meter Abstand, damit die Lage am Fahrzeug erkennbar ist.
  2. Aus der Nähe im Streiflicht – seitlich zur Lichtquelle. Frontales Licht versteckt Vertiefungen, seitliches macht sie sichtbar.

Dazu die Antwort auf die Fingernagelprobe und die Angabe, ob im Kratzergrund eine andere Farbe zu sehen ist.

Damit lässt sich in den meisten Fällen schon vorab sagen, ob poliert, gespottet oder lackiert wird.

Was wir übernehmen, steht auf der Leistungsseite zu Smart Repair. Wann eine örtliche Reparatur die richtige Wahl ist und wann nicht, erklärt der Beitrag Smart Repair oder vollständige Lackreparatur?.

Anfrage stellen oder anrufen: 02371 9407860.

Häufige Fragen

Lässt sich ein Kratzer wegpolieren?

Nur wenn er ausschließlich im Klarlack sitzt. Beim Polieren wird Klarlack abgetragen, bis die Vertiefung verschwindet. Reicht der Kratzer bis in die Farbschicht, hilft Polieren nicht – dort fehlt Material, das man nicht wegpolieren kann.

Themen:lackschadensmart repair

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